Die Messung der Handkraft ist ein standardisiertes Testverfahren in der Ergotherapie. Die Griffkraft wird mittels eines Hand Dynamometers erhoben, bei dem zwei hydraulische Griffe zusammengedrückt werden. Das daraus resultierende Ergebnis wird in Kilogramm angezeigt.
Wann wird im ergotherapeutischen Prozess die Handkraft gemessen?
Bei der ergotherapeutischen Befundung wird unter anderem auch die Handkraft ermittelt. Dabei werden die betroffene und nicht bzw. weniger betroffene Seite gemessen, wodurch ein ungefährer Ausgangswert ermittelt wird und in Folge dessen ein etwaiger Behandlungsbedarf abgeleitet werden kann.
Im Laufe der Therapie kann jederzeit nach Bedarf reevaluiert werden, ansonsten wird in der letzten Einheit erneut gemessen und mit dem Anfangswert verglichen.
Wodurch entsteht ein Handkraftdefizit?
Ein Handkraftdefizit kann durch verschiedene Faktoren entstehen. Infolge einer Ruhigstellung (z.B. Gips) oder ärztlich verordneten Schonung nach einer Operation kann es zu einem Muskelabbau kommen. Erkrankungen des peripheren oder zentralen Nervensystems, degenerative Zustände, Schmerzen, diverse Verletzungen oä können ebenfalls einen Handkraftverlust mit sich ziehen.
Was ist „normal“?
Natürlich gibt es eine Normwerttabelle. In dieser wird das Geschlecht, die Händigkeit sowie das Alter berücksichtigt. Subjektiv kann noch die Berufstätigkeit (z.B. Bürotätigkeit vs. Handwerker) sowie die Freizeitgestaltung (aktive oder passive Tätigkeiten) bei der Erhebung bedacht werden. Die Alltagsbewältigung (z.B. Schraubverschluss von Flaschen öffnen, ein volles Glas sicher halten können) hat hier für die Ergotherapie eine größere Bedeutung als die üblichen Normwerte.
Was kann man tun?
Sollte bei der Befunderhebung ein Handkraftdefizit festgestellt worden sein und Sie dadurch Einschränkungen in Ihrem Alltag feststellen, wird dies bei der gemeinsamen Zielsetzung berücksichtigt. Bei den ergotherapeutischen Maßnahmen werden die Therapiemittel und Methoden dementsprechend angepasst und ergänzend ein Heimübungsprogramm erstellt. Die selbstständige Durchführung dessen ist essentiell für den Therapieerfolg.