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Podotherapie - Schuheinlagen

PODOTHERAPIE – DER FUSS IM MITTELPUNKT

Die Podotherapie ist bei uns noch recht unbekannt, dabei wurde sie bereits in den 1970er Jahren vom französischen Neurologen Dr. Burdiol geprägt. Aus der ursprünglichen Form hat sich die Podotherapie nach Birgit Frimmel entwickelt. Wie der Name schon sagt, steht der Fuß im Zentrum dieses ganzheitlichen Therapiekonzeptes. Manchmal können unsere Füße die Ursache für Probleme unseres Körpers sein, manchmal ist es aber auch umgekehrt und Probleme des Bewegungsapparates zeigen sich an unseren Füßen.

Ausgehend vom Fuß betrachtet die Podotherapie den gesamten Bewegungsablauf und analysiert Ursache und Wirkung, um so zu einem ganzheitlichen und individuellen Therapiekonzept zu gelangen. Das Ziel ist es, gestörte Bewegungsabläufe nachhaltig zu korrigieren und das Gleichgewicht der funktionellen Muskulatur, die für den Bewegungsapparat zuständig ist, wiederherzustellen. Dazu bedient sich der Physiotherapeut der körpereigenen Reflexe und Regulationsmechanismen.

Podologische Einlagen als Ganzkörpertraining

So mancher wird schon einmal von „podologischen Einlagen“ gehört haben. Im Gegensatz zu den bekannteren, orthopädischen Einlagen, die dem Fuß als Stütze dienen, wirken podologische Einlagen aktiv und trainieren die schwache Muskulatur an Füßen, Beinen (Knie, Hüfte, Becken) und der Wirbelsäule. Mit diesen Schuheinlagen hat der Patient, sozusagen, sein Ganzkörper-Trainingsgerät immer dabei.

Man unterscheidet zwischen propriozeptiven und fazilitierenden Einlagen. Während propriozeptive (sensomotorische) Einlagen mit der Reflexstimulierung arbeiten, werden fazilitierende Einlagen bei stärkeren Fehlstellungen und im Sport eingesetzt, diese machen sich das Bewegungslernen des zentralen Nervensystems zunutze. Die Herstellung dieser Einlagen erfolgt durch einen spezialisierten Orthopädieschuhmacher.

Bei welchen Beschwerden kann die Podotherapie helfen?

Die Podotherapie kann sowohl bei verschiedensten Fußproblemen als auch bei Beschwerden des Bewegungsapparates angewendet werden, z.B. bei:

  • Knick-, Senk-, Spreiz-, Platt- oder Hohlfuß
  • Hallux-Valgus
  • Knie- und Hüftschmerzen
  • Fersenschmerzen, Fersensporn
  • Skoliose
  • Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule
  • Verspannungen und Muskelschmerzen am gesamten Bewegungsapparat
  • Gangunsicherheit und Gangstörungen
  • Beckenschiefstand, Beinlängendifferenz
  • Auffälliges Gangbild
  • Fehlhaltungen
  • Kieferprobleme
  • Verspannungsbedingte Kopfschmerzen

Was macht ein Podotherapeut?

Am Beginn der Therapie steht eine ausführliche Anamnese. Der Patient in seiner Ganzheit steht dabei im Mittelpunkt. In einem persönlichen Gespräch wird besprochen, welche Beschwerden sich wie und wann im Alltag zeigen.

Statische und dynamische Fußabdrücke sowie eine Ganganalyse liefern dem Physiotherapeuten wertvolle Informationen über die Belastungs- und Druckverteilung der Füße und des Körpers.

Mit Mobilitäts- und Funktionstests können funktionelle Bewegungseinschränkungen abgeklärt werden. Auch muskuläre Defizite werden eingehend analysiert.

Für die spätere Anfertigung von propriozeptiven Elementen werden alle körperstatischen Reaktionen mithilfe eines Podoskops (Fußspiegels) ermittelt. Nach Analyse und Interpretation dieser Daten werden individuelle Sohlen entworfen.

Abschließend werden die Schuh-Einlagen nach podologischen Kriterien überprüft und vermessen: Passform, Länge, Weite und Funktion entscheiden über den Erfolg der Therapie.

Die Podotherapie ist ein gutes Hilfsmittel für unsere Therapien, kann selbstverständlich eine Behandlung nur unterstützen und erspart uns auch nicht ein gezieltes Training. Sie kann jedoch den Behandlungszeitraum erheblich verkürzen und unterstützt den Patienten, eine für ihn schonendere Haltung einzunehmen und dadurch zu automatisieren. 

 

 

 
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